KulturDonnerstag
staffel 6


19.04.2012 // 20:00
 


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die foischn wiener

„die liebe, da tod und die aundan gfrasta“

das schwere leicht zu nehmen und das leichte schwer, zu erkennen, dass die situation hoffnungslos ist, aber nicht ernst, das ist der blues Und der ist wohl wirklich ein wiener.

Und dieser wiener ist, wenn er ein „echter“ ist, ein „foischer“, nämlich aus linz oder lemberg, leoben oder lousiana, aus sarajevo oder stinaz, telfs oder timbuktu. solche foischn wiener sind auch die lieder von martin spengler, sie haben den blues eines franz schubert und townes van zandt. sie erzählen vom erstaunen über das, was da vor und nach dem tod alles passiert und nicht, bedienen sich bei reiner maria rilke und tom waits, der aber hier auch nur eine andere art von ottakringer wirtshausmusikant ist und lassen erahnen, dass eigentlich robert johnson der leiermann der winterreise ist.

gesungen wird das in einem literarisch geschärften österreichisch, der sprache zum schimpfen und schön redn, sudern und sinnieren. eine sprache, die dem heiligen artmann ein vierterl weiht, auf dass er sie beschütze vor den untiefen der platitüde und der plattheit der phrase, einer sprache, die das erhabene vom sessel schupft und das banale auf den thron hebt. der soul, „die sö“, kommt dazu von den „foischn wienern“, den „zuagrastn“ und doch stadtbekannten stadtmusikanten marie-theres stickler, maunela diem und manuel brunner an akkordeon, stimme und kontrabass. auf dass das leichte schwer wird und das schwere leicht....

 

http://www.martinspengler.at